Vereinsgeschichte

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Vereinsgeschichte

Wie alles begann...

Der Ursprung des Teltower Fußballsportes liegt in den Anfängen der Gründung der Turnvereine in unserer Stadt.
Bereits im Jahre 1888 wurde der "MTV Teltow" gegründet, welcher als bürgerlicher Verein der "Deutschen Turnerschaft" (DT) angehörte. Im Jahre 1903 wurde der Arbeiter Turn- und Sportverein "Freiheit 03 Teltow" gegründet.
Während diese Turnvereine ihr Hauptanliegen in der Körperertüchtigung durch turnerische Betätigung sahen, zeigte sich erst später ein Interesse für Ballspiel. Zu diesem Zeitpunkt gab es in Berlin schon zahlreiche Fußballvereine. Bereits im Jahre 1881 hatte die Versammlung der deutschen Turnlehrer an alle Turner Deutschlands einen sogenannten Mahnruf gerichtet und dazu aufgefordert, "das Turnen mehr im Freien zu betreiben und den Spielen mit dem Ball mehr Zeit zu widmen".
Der Sportverein "Freiheit 03 Teltow" hatte eine Sparte Fußball vorzuweisen, welches ein Stempel auf einem zeitgenössigen Mannschaftsfoto zeigt. Es ist jedoch ungewiss, ob diese Sparte am organisatorischem Wettspielbetrieb teilnahm, da hierzu keine Einzelheiten mehr bekannt sind.
Im Sommer 1913 wurde im Gartenlokal hinter dem Kuhlmey'schen Restaurant "Zum Sportplatz", Potsdamer Straße, die Gründung des Ballsportvereins "Sport-Club-Teltow 1913" beschlossen.

   

1914-1918

Bis zum Beginn des 1. Weltkrieges wurde mit einer Männermannschaft der Spielbetrieb durchgeführt. Zu diesem Zeitpunkt, 1914, gehörten dem Deutschen Fußball-Bund (DFB) seit seiner Gründung 1900 bereits 2 233 Vereine mit 189 294 Mitgliedern an.
Der Sportplatz, auf dem trainiert und die Punktspiele ausgetragen wurde, befand sich auf dem Gelände der heutigen Turnhalle an der Auguststr. (heute Jahnstr.). Die Umkleideräume waren im hinteren Teil des Gartenlokals des Restaurant "Zum Sportplatz". Das Terrain an der Auguststr. benutzten übrigens der "Club" sowie die "03-er"gemeinschaftlich. Bemerkenswert: der Hauptpächter Gastwirt Emil Kuhlmey verzichtete auf die Pacht vom "Club".

   

1918-1933

Nach Beendigung des 1. Weltkrieges und mit Beginn des Jahres 1919 entwickelte sich der Fußballsport in Teltow wieder, so dass 1922 der aktive Sportbetrieb mit zwei Männermannschaften und einer Jugendmannschaft in der Kreisklasse des Sportbezirkes Berlin-Süd wieder aufgenommen werden konnte.

   
 

 

 

 

Spiel in Stahnsdorf 1919

   
 

Die Zeit der Weltwirtschaftskrise brachte auch für den SCT 1913 viele Probleme. Das Geld war knapp und die finanzielle Belastung groß und nur durch Sammlungen und Geldspenden war es möglich den Spielbetrieb aufrecht zu erhalten. Die politische Uneinigkeit unter den Sportlern führte 1931 zur Abspaltung von Mitgliedern, die dem bundestreuem "Arbeiterturn- und Sportbund" beitraten, welcher der SPD nahe stand. Die Bundestreuen führten ihren Spielbetrieb an der "Sandkuhle" am Schiffer-Kinderheim durch. Der SCT 1913 gehörte der "Märkischen Spielvereinigung" (M.S.V.) an, die als Rot-Sport-Vereinigung nur ausschließlich Arbeitersportvereine in ihren Fußballstaffeln aufnahmen. Unter dieser Vereinigung wurde mit drei Männermannschaften, einer Jugendmannschaft und zwei Schülermannschaften der Spielbetrieb fortgesetzt.

   

1933-1945

Mit der Machtübernahme des Faschismus 1933 erfolgte auch die Aufnahme des SCT 1913 in den "Nationalistischen Reichsbund für Leibesübungen" (NSRL).Viele Sportfreunde verließen aus politischer Überzeugung den "Club". Mit Mühe konnte der SCT 1913 den Spielbetrieb mit einer Männer-, Jugend- und Schülermannschaft aufrechterhalten.
Der Verein "Freiheit 03" wurde 1933 liquidiert. Im Jahr 1937 erreichte der "Club" seine alte Spielstärke und schaffte im allerletzten Punktspiel der Serie 1936/37 durch eine 1:0 Sieg bei Friesen Neukölln den Aufstieg in die 1. Kreisklasse, der dritthöchsten Spielklasse in Berlin.

   
 

 

 

 

1.Männermannschaft SC Teltow 1913 im Jahre 1937/38

   
 

Der Jugendfußball hatte zu diese Zeit ebenfalls große Erfolge zu verzeichnen. Am 12. April 1939 stand die A-Jugend des SCT im Endspiel der Berliner Meisterschaft gegen Hertha Zehlendorf. Sie verloren zwar knapp mit 4:3 Toren1 doch Berliner Jugendfußball-Vizemeister zu sein verschaffte ihnen Ansehen in der Stadt und Umgebung. Viele dieser Spieler der erfolgreichen Jugend der Jahrgänge 1921-1923 kehrten aus dem 2. Weltkrieg nicht in ihre Heimatstadt Teltow zurück.
Mit Beginn des 2. Weltkrieges am 1. September 1939 wurden die Meisterschaftsspiele unterbrochen. Ab 1940 wurde die sogenannte Kriegsmeisterschaft ausgespielt. Der SCT 1913 hatte mit zunehmender Kriegsdauer immer mehr Schwierigkeiten überhaupt eine Mannschaft zu stellen. Auswärtige Sportkameraden wurden in die Mannschaft aufgenommen, um den Spielbetrieb zu gewährleisten. Im Wechsel erfolgte seit 1939 zweimaliger Auf- und Abstieg.
Viele der Sportkameraden konnten nur noch durch Gastspielgenehmigungen in anderen Vereinen ihren Sport treiben. Die regelmäßige Ausübung eines Wettkampfbetriebes war mit zunehmender Kriegsdauer nicht mehr gegeben. Zwischendurch kam man 1943 im Pokal in die 2.Zwischenrunde. 1943/44 standen sie kurz vor dem Aufstieg zur Klasse I. Am 7.4.1945 wurden die Spiele abgebrochen.

   

1945-1989

Nach Beendigung des 2. Weltkrieges war es ein schwerer Anfang für die Fußballfreunde in Teltow. Sie standen vor dem Nichts. Alle Sportgeräte mußten auf der sowjetischen Kommandantur abgeliefert werden. Vereine und Sportclubs wurden von der sowjetischen Militäradministration verboten. Trotzdem fanden sich wieder einige der alten SCT-er die den Krieg überlebten und schon aus der Gefangenschaft daheim waren, Jugendliche und ehemalige UK-Gestellte (UK-unabkömmlich-hochqualifizierte Spezialisten in der Wirtschaft)um eine Mannschaft aufzubauen.
Am 5. August 1945 war es dann soweit. Die Männer der neugegründeten "SG (Sportgruppe) Teltow" traten im ersten Freundschaftsspiel in Lichterfelde an, welches jedoch hoch verloren wurde. Weitere Spiele folgten gegen Zehlendorf, Steglitz, Neukölln, Friedenau und Schöneberg, die allesamt verloren gingen. Das Problem der Beschaffung von Spielkleidung wurde dadurch gelöst, dass aus Restbeständen von Stoffen aus denen Braunhemden (HJ-Bekleidung) gefertigt wurden, Spielerhosen genäht wurden. Für die Anfertigung der Jerseys wurde Fallschirmseide verwendet.
Allmählich begann sich der Sportbetrieb zu normalisieren. Die Gründung von Sportgemeinschaften wurde genehmigt. Die Massenorganisationen "FDJ und FDGB" wurden Träger der neuen demokratischen Sportbewegung. Nach anfänglichen dürftigen Versuchen im Land Brandenburg 1945/46 kam es im Jahre 1947 zur Gründung der Fußballgruppen in und um Berlin. Die SG Teltow war zu einigen Pflichtfreundschaftsspielen eingesetzt. Sie war in der 1.Klasse eingeteilt und qualifizierte sich für die Bezirksliga. In der "Bezirksliga-West" belegte sie nach Abschluß der Serie 1947/48 den 8. Tabellenplatz bei einer Teilnahme von 14 Mannschaften. Im regionalen Wettbewerb um den "Tagessport-Pokal" im Jahre 1947 erreichte sie einen beachtlichen Erfolg und schied erst im Halbfinalemit 2:7 Toren gegen die SG Babelsberg aus.
Inzwischen hatte der Konsumverband in Teltow die Betriebssportgemeinschaft "BSG Konsum Teltow" gegründet, die sich vorrangig dem Handball widmete. Die SG Teltow hatte finanzielle Probleme, so daß eine Übernahme der SGT in die BSG Konsum eine Sicherung des Fortbestehens des Fußballsportes Teltow garantierte. Die Sparte Fußball der "BSG Konsum Teltow" spielte in der "Bezirksliga Mitte" der Mark Brandenburg.
Zur gleichen Zeit machte man sich im "Askania-Werk" auch Gedanken über die Bildung einer Sportgruppe. Neben Gymnastik bestand auch Interesse für den Fußballsport. Es fanden sich genügend Fußballfreunde um eine Mannschaft zu bilden, darunter auch einige die einst dem SCT 1913 angehörten.

   
 

 

 

 

1.Männermannschaft SG (Konsum) Teltow 1948/49
Hintere Reihe: Krüger, H.Podlech, H.Komor, Zimmeck, Mangold | mittlere Reihe: Br. Habermann,G.Klauck, E.Hoffmann | untere Reihe: K.Scheffler, L.Thätner, H. Habermann.

   
 

Am 22.12.1949 trafen sich die Sportfreunde vom Konsum und Askania, um über einen Zusammenschluss beider Sparten Fußball zu diskutieren. Am Neujahrstag spielten erst- und letztmalig beide Fußballsparten gegeneinander. Das Spiel endete 3:1 für Konsum und sollte einen Aufschluss über die Spielstärke einer gemeinsamen Mannschaft geben. Der Start in der "Bezirksliga Südwest" war weniger verheißungsvoll. Das erste Spiel am 8.1.1950 SG Rot-Weiß Netzen gegen Askania Teltow wurde mit 3:2(2:2)verloren. Am 7.2.1950 erfolgte die offizielle Gründung der "BSG Askania Teltow".
Die Serie 1949/50 endete mit dem 10. Tabellenplatz von 13 Mannschaften. Die Dritthöchste Klasse wurde gerade noch gehalten. Der Landessportausschuss (LSA) Berlin beschloss im Juni 1950 eine Neueinteilung der Fußballgruppen unter Einbeziehungen des Berliner Randgebietes. Askania Teltow wurde in die "Bezirksklasse Abtl. A" (zweithöchste Spielklasse des Berliner LSA) eingestuft, und bescherte den Fußballfreunden herrliche Fußballspiele. Der berühmte Fünfersturm aus der Serie 1951/52 verfehlte knapp den Aufstieg. Zehn Spieltage hintereinander ohne Niederlage lockte hunderte Zuschauer auf den Jahnsportplatz. Am Ende belegten sie den 2. Platz mit 92:41 Toren und 41:11 Punkten.
Mittlerweile erfolgte Oktober 1951 die Umbenennung zu "BSG Motor Teltor" im Rahmen der Reorganisation der Sportvereinigungen auf Produktionsbasis.
Mit der Auflösung der Länder 1952 und der Bildung der Bezirke und Kreise trat auch im Fußballsport eine Veränderungen des Spielklassensystems ein. Der neugegründete Bezirksfachausschuss (BFA) Potsdam benötigte die Gemeinschaften die z.Z in Berliner Staffeln spielten. Motor Teltow wurde ab der Serie 1952/53 in die "Bezirksliga" des BFA Potsdam eingegliedert. Dort verblieb sie bis 1957 ohne nennenswerte Überraschungen, außer im Pokalgeschehen. Im Sept. 1954 qualifizierte sich Motor Teltow im Pokalwettbewerb (Bezirkspokal wurde noch nicht ausgespielt) nach fünf Pokalspielen unter die letzten 44 Mannschaften des Pokalwettbewerb im DDR-Maßstab. Kein geringerer als der Oberligaabsteiger Motor Altenburg war der nächste Pokalgegner, bei denen sie durch 2:0 ausschieden.

   
 

 

 

 

1.Männermannschaft der BSG Askania Teltow 1951/1952
Die Namen v.links oben beginnend, rechts unten endend:
Hintere Reihe: Technischer Leiter Rudolf Siedel,Harry Komor, Harry Barth, Harry Thiel, Dieter Hammerschmidt, Horst "hotti" Koscielny, Übungsleiter Herbert Chubisch | zweite Reihe: Ernst Kessler, Manfred "Manne" Podlech, Horst "Hotti" Podlech | vordere Reihe: Hermann Habermann, Werner "Tilly" Winkler, Georg "Orje" Klauck.

   
 

Kurz nach der Eröffnung des Stadions am 8.5. 1957 auf dem Werksgelände des VEB GRW unter dem Namen "Stadion der Metallarbeiter", beendeten die Fußballer der Ersten den 14. Platz und wurden Absteiger zu "Bezirksklasse Staffel B". Nach dreijähriger Zugehörigkeit zur Bezirksklasse kam die Kunde von der Schließung des erst 4 Jahre alten Stadions (1960). Der Platz musste zwecks Errichtung einer neuen Produktionshalle weichen. Nunmehr erfolgten die Spiele auf dem Jahnsportplatz. Durch eine Strukturänderung in der Bezirksliga schaffte Teltow in der Qualifikationsrunde den Aufstieg zur "Bezirksliga Süd". Im Oktober 1962 erfolgte die Einweihung des neuen Metallarbeiterstadions in Kleinmachnow in den Kiebitzbergen. Doch das nützte den Fußballern nichts. 1963 mussten sie absteigen und verblieben in der Bezirksklasse Staffel D bis 1969. Im Sommer 1969 erfolgte der Zusammenschluss der Gemeinschaften Vorwärts Potsdam/Stahnsdorf (Bezirksliga) und Motor Teltow zur "Spielgemeinschaft Vorwärts/Motor Teltow". Nun folgte eine 18-jährige Zugehörigkeit zur Bezirksliga. In manchen Jahren der 70-iger Jahre spielten nur ein bis drei Teltower mit. Die Mehrzahl bildeten die Armeefußballer, auch solche mit Rang und Namen aus Liga- und Oberligamannschaften die in Stahnsdorf ihren Ehrendienst absolvierten. Für viele Teltower Fußballer war es der Grund zum Wechsel zum Ortsrivalen. Trotzdem gab es viele Teltower Spieler die ihrer Mannschaft treu blieben und Spielerpersönlichkeiten wurden. Als Pokalüberraschung 1975/76 entpuppte sich die 2. Mannschaft. In spektakulären Kämpfen erreichten sie das Finale im Bezirkspokal. Mussten jedoch der höherklassigen Mannschaft aus Oranienburg mit 5:3, nach 4:0 Rückstand, die Segel streichen. Bei der SG Vorwärts/Motor Teltow begann man der Jugendarbeit mehr Aufmerksamkeit zu widmen. Die Bemühungen trugen in den 80-er Jahren Früchte. Die beste Platzierung war in der Serie 1980/81 mit dem 2.Platz zu verzeichnen. Motor Teltow wird 1981 "FDGB-Bezirkspokalsieger" nach einem beeindruckendem Endspielsieg von 2:1 gegen Motor Babelsberg II (Ligaabsteiger). Nach 510 Bezirksligaspielen in 18 Jahren, 510:510 Punkten und 926:923 Toren erfolgte 1987 der Abstieg in die Bezirksklasse Staffel D. Nach dem Wiederaufstieg und zwei Serien des Auf- und Abstieges verblieb man seit 1990/91 für weitere 4 Jahre in der Bezirksliga.

   
 

 

 

 

BSG Motor Teltow Bezirkspokalsieger 1981
Übungsleiter Lange, Walsleben, Kegel, Bobermin, Scheibel, Eilers, Kraft, Koglin, Mannschaftsleiter Geschonnek | vordere Reihe: Schadow, Majowski, Hoppe, Telleis, Kaiser, Liebenow.

   
 

Die Erfolge der Männermannschaften wäre ohne eine intensive Jugendarbeit kaum möglich gewesen. Zahlreiche Gold-, Silber- und Bronzemedaillen gewannen sie bei den Kreis- Kinder- und Jugendspartakiaden. Die Jugend (B-J.) erkämpften 4-mal den Bezirkspokal und die Junioren (A-J.) zweimal. Auf der Habenseite stehen weiterhin: sechs Kreispokal-Sieger, sieben Kreismeistertitel, zweimal Staffelsieger und Aufsteiger zur Bezirksliga, einmal Bezirks-Vizemeister.

   

1989 bis heute...

1990 löst sich die Sektion Fußball der BSG Motor Teltow aus dem Verband der BSG und erklärt ihre Eigenständigkeit unter dem Namen "Teltower Fußballverein 1913 e.V." (Teltower FV 1913).
Mit Beginn der Serie 1992/93 erfolgt der Spielbetrieb im Fußball-Landesverband Brandenburg. Der Spielbetrieb auf der Ebene der bisherigen Bezirke entfällt.
Der TFV spielt nunmehr in der Landesliga Nord. Ein Jahr später steigt sie in die Landesklasse Ost ab.
Nicht nur der Nachwuchs stand stets im Blickpunkt des Fußballgeschehens, sondern auch die "Alte Herren", die stets in zahlreichen Meisterschaftsspielen ihre Spielstärke bewiesen: sechsmal Kreismeister, viermal Staffelsieger und dreimal Pressefestpokalsieger. Die Ü50 erreichten als Gastspieler bei SC Lankwitz in ihrer Altersklasse (Brandenburg hatte zu der Zeit keine Spielregelung für Ü50) 1991 den inoffiziellen Berliner Meistertitel. Ein Jahr später wurden sie mit SC Lankwitz erster "Berliner Meister". 1993/94 kehrten die Spieler mit dem Bonus in der Berliner Meisterschaft der Ü50 weiterzuspielen nach Teltow zurück. Sie erreichten das Finale, verloren zwar gegen die Reinickendorfer Füchse, aber sie wurden die ersten Randberliner mit einem "Berliner Vize-Meistertitel".
Bis 1996 musste der Verein mit dem Stadion in den Kiebitzbergen vorlieb nehmen. Auf der historischen Stätte an der Jahnstr. begannen aber die Aufräumarbeiten und die Umgestaltung des Platzes. Zur Platzeröffnung am 3.10.1996 spielten sie gegen ein Altrepräsentationsmannschaft von Hertha BSC, welches mit 7:3 gewonnen wurde. Vergeblich versuchten die Teltower seitdem ihr Ziel, den Aufstieg zu schaffen. Viermal belegten sie den undankbaren zweiten Platz.
Das Jahr 2000 war für die Fußballer ein bitteres Jahr. Nach Ende der Saison 1999 sah es für den Verein in wirtschaftlicher und sportlicher Hinsicht sehr bedrohlich aus. Die halbe Mannschaft verließ nach dem verpassten Aufstieg 1999 den Verein. Grund der Abgänge waren finanzielle Wünsche, die vom Verein nicht erfüllt werden konnten. Für den Verein war die größte Sorge, den Schuldenberg abzubauen und den Konkurs abzuwenden, mit Hilfe und Unterstützung der Stadt, der Sponsoren einiger Vereinsmitglieder. Der Verein erhielt einen Brunnen zur Bewässerung des Platzes und kann nunmehr aus dem Vollen schöpfen. Längsseits des Platzes gegenüber der Turnhalle wurden Sitzreihen für die Zuschauer aufgebaut und eine Anzeigetafel installiert - durch Engagement und Unterstützung einiger Vereinsmitglieder. Die zweite erfreuliche Tatsache war die Inbetriebnahme der Flutlichtanlage. Nachdem vor Wochen das Technische Hilfswerk und die Feuerwehr Teltow die Lichtmasten gesetzt hatten, erfolgte am Freitag den 15.November 2002 durch die Stahnsdorfer Firma Elektroservice Unger der elektrische Anschluss.

   
 

 

 

 

1.Männermannschaft Teltower FV 1913, Saison 2002/2003
hintere Reihe: Trainer Thoß, Kandler, Schulze, Bosdorf, Grabowsky, Neuberger, Dorbritz, Till, H.Wünsche, Doc Dräger, Sponsor | vordere Reihe: R.Schulz, Wenzel, Richter, Pelzl, Förster, Röwekamp, Schramm, Anschütz.

   
 

Der Jugendarbeit misst man größte Bedeutung bei, sind doch die Kinder und Jugendliche die zukünftigen Kicker. Dieses Vorhaben schien vorerst zu fruchten. Stellte doch die III. Mannschaft, ausschließlich aus der A-Jugend kommend, zusammen mit erfahrenen Spielern eine schlagkräftige Mannschaft zusammen, die in der Serie 2002/03 den Staffelsieg und den Aufstieg zur 1.Kreisklasse ereichten.
Dieses Vorhaben schaffte leider unsere 1.Männermanschft nicht. Obwohl alles so greifbar nah war. Aus eigener Kraft hätten sie das letzte Spiel gegen Blankenfelde schaffen können. Ein Sieg war notwendig. Vor der stattlichen Rekordkulisse der Neuzeit von über 500 Zuschauern gelang nur ein Unentschieden. Wieder nur Zweiter. In den letzten 9 Jahren seit Verbleib in der Landesklasse der sechste 2.Platz.

In der darauf folgenden Saison gingen im Männerbereich zwar nicht alle Träume in Erfüllung, doch das Erreichte kann sich sehen lassen: Der Ersten gelang in der Landesklasse Mitte ein souveräner Durchmarsch. Mit 23 Siegen, 6 unentschiedenen Spielen und einer Niederlage stand die erste Mannschaft vier Spieltage vor Ende der Saison 2003/04 als Meister und Aufsteiger zur Landesliga Nord fest. Dem TFV gelang nach dem Abstieg 1993/94 aus der Landesliga nach zehn Jahren der Wiederaufstieg.
Die neue Zweite verpasste am letzten Spieltag gegen Fortuna Babelsberg II durch ein Gegentor fünf Minuten vor Spielschluss zum 2:2 den Sprung in die Kreisliga. Am Ende landeten sie auf Platz 4.
Die neu gegründete Ü 40-Mannschaft belegte in ihrer Senioren-Kreisklasse den 1. Platz, wäh-rend die Ü 33er den 6. Platz in der Senioren-Kreisliga erreichte.
Mit elf Nachwuchsmannschaften, zwei Männermannschaften, einer Ü 33, einer Ü 40 und einer Ü 50 gehörte der TFV wieder zu den größten Vereinen des Fußballkreises.
Die 1. Männermannschaft nahm die bevorstehenden Aufgaben in der Landesliga ernst und bereitete sich intensiv auf die neue Saison vor. Mit sieben Neuzugängen und einem Durchschnittsalter von 29,8 Jahren wurde auf Erfahrung und Stabilität gesetzt. Die Heimspiele fanden nunmehr auf dem Kunstrasenplatz an der John-Schehr-Straße statt, weil der Rasenplatz an der Jahnstraße erneut saniert werden musste. Zur Eröffnung der Saison fand im Rahmen der Einweihung des Kunstrasenplatzes durch den Teltower Bürgermeister Thomas Schmidt das Spiel zwischen dem Ludwigsfelder FC und dem TFV statt. Bei einem Blitzturnier (1 x 45 Minuten) in Wilsdruff bei Dresden am 2. September 2004, belegte TFV hinter Dynamo Dresden den 2. Platz vor der Kreisauswahl des Weißeritzkreises. Die Erste bescherte den Teltower Fußballfreunden eine überaus erfolgreiche Saisonpremiere in der Landesliga Nord. Stets war die Mannschaft in der Spitzentruppe der Liga zu finden. Nach der Herbstmeisterschaft verpasste die TFV-Elf am Saisonende mit dem 2. Platz knapp den Aufstieg in die Verbandsliga.

Im Pokalwettbewerb sorgte die Erste auch für Furore. Im Viertelfinalspiel gegen den Verbandsligisten 1. FC Schwedt zeigte sie wirkliche Klasse und verließ vor einem begeisterten Publikum mit 2:1 als Sieger den Platz. Das Halbfinalspiel gegen den Oberligisten SV Babelsberg 03 fand auf Wunsch der TFV-Verantwortlichen im Babelsberger Karl-Liebknecht-Stadion statt, ausge-rechnet in jener Stätte, in der Motor Teltow seinen größten Pokalerfolg perfekt gemacht hatte, als 1981 im Bezirkspokalfinale Motor Babelsberg II mit 2:1 geschlagen wurde. Doch diesmal blieb die Sensation aus. Der haushohe Favorit siegte mit 5:0 (1:0) vor 1120 Zuschauern.
Die Neuverpflichtungen für 2005/06 konnten die vielen Abgänge sowohl qualitativ als auch quantitativ nicht ersetzen. Der Altersdurchschnitt von 26,9 Jahren zeigte deutlich den Willen zur Verjüngung der Mannschaft. Dass das zweite Jahr in der Liga das schwerere würde, war den Verantwortlichen klar. Im zweiten Pokalspiel schied man durch eine Niederlage gegen einen Landesklassenvertreter aus. Die Punktspiele waren geprägt von Einzelaktionen und weniger von Teamarbeit. Insgesamt war die Serie durchwachsen, hatte Höhen und Tiefen. Sportlich gesehen erreichte sie nur Mittelmaß. Das Ende war ein 9. Platz.
Umso erfreuter konnten die knapp 2000 Zuschauer im Jahnstadion am 11. November 2005 sein, denn mit einem 0:6 (0:2) schlug sich der Landesligist TFV in einem Freundschaftsspiel gegen den Bundesligisten Hertha BSC sehr achtbar. Das war nach dem 0:8 im Jahr 1993 und dem 1:14 ein Jahr später, das beste Ergebnis gegen die Hertha. Mit 12 Nachwuchsmannschaften, 3 Männermannschaften, einer Ü 35 und einer Ü 50 gehörte der TFV in der Spielzeit 2005/06 wieder zu den größten Vereinen des Fußballkreises.

Im Frühjahr 2006 gab es dann ein Gewitter mit Folgen: Ein Wechsel in der Vereinsführung deckte auf, dass sich der Verein in einer schweren finanziellen Schieflage befand. Schlimme Folgen konnten nur durch eine Umstrukturierung der Finanzen verhindert werden.
Die neue Vereinsführung legte fest, dass es ab der Serie 06/07 keine Gelder mehr für Spieler geben wird. Als natürliche Folge verließen 8 bezahlte Spieler und der Trainer den Verein. Die 1. Mannschaft musste mit Spielern der 2. und 3. Männermannschaft aufgefüllt werden. Das sorgte für viel Unruhe im Umfeld des Vereins. Die nachfolgende Entwicklung wurde in diesen Ausmaßen nicht erwartet. Viele waren verunsichert, andere fühlten sich bestätigt. Die emotionsgeladenen verbalen Attacken, Verdächtigungen, Beleidigungen und Anschuldigungen gegen den neuen Vorstand waren nicht geeignet, für eine gesunde Auseinandersetzung zur Klärung der Ursachen zu sorgen!
Mit dem Spielertrainer Mike Weißfuss wurde die Saison 06/07 angegangen. Nach anfänglich gutem Beginn setzte nach 3 Spielen die Talfahrt ein. Zur zweiten Spielserie verstärkte sich die Erste mit einem Rückkehrer; Abgänge waren nicht zu verzeichnen und es kam mit Thomas Gie-se ein neuer Co-Trainer. Zu allem Überfluss fehlte den jungen Spielern und den wenigen Hau-degen das nötige Quäntchen Glück. Der TFV stieg mit nur 17 Punkten in die Landesklasse ab.
Thomas Giese wurde neuer Trainer und Frank Haberland neuer Mannschaftsleiter und eine neue, junge Mannschaft mit einem Durchschnittsalter von 24 Jahren (8 von 22 Spielern sind unter 21 Jahre alt), präsentiert sich die neue TFV-Mannschaft 2007/08 für die Landesklasse. Wichtig war, dass die Mannschaft nicht „durchgereicht“ wird. Anfangs lief es gut. Nach 6 Spielen fanden sich die Jungs jedoch auf dem 14. Tabellenplatz mit 10:19 Toren wieder.
Zur Winterpause stand die TFV-Mannschaft auf dem 9. Platz mit 21 Punkten und am Ende kletterte sie auf Rang 8 mit 46 Punkten. Eine Mannschaft mit guten und schlechten Seiten. Zu Hause verloren sie gegen weniger starke Mannschaften (z. B. Bestensee) und auswärts wurden souverän starke Mannschaften geschlagen (z. B. Werder). Es stand fest, dass in dieser Mann-schaft sehr viel Potenzial steckt, sie aber noch Erfahrungen sammeln muss.
Das Umdenken im Verein hatte zur Folge, dass das Hauptaugenmerk auf die Jugendarbeit gelegt wurde, denn wenn das Geld für fertige Spieler fehlt, muss man die Spieler selber ausbilden. Und das gelingt nur durch gute Jugendarbeit. Sämtliche Jugendtrainer wurden in der folgenden Zeit zu Trainerlehrgängen geschickt und qualifiziert. Die finanziellen Mittel dafür wurden u.a. durch die Tombola auf den Herbstbällen in den Jahren 2008 und 2009 erwirtschaftet und das Geld war gut angelegt. Der Verein konnte 16 lizenzierte Jugendtrainer vorweisen!

Für die Serie 2008/09 wurde die Mannschaft noch einmal stark verjüngt und ein sehr erfahrener Spieler (Edgar Hecht, 39) kam hinzu. Die Serie begann sehr gut, bis zum Spiel gegen die SG Michendorf, die gegen die Spielwertung (3:1 für den TFV) Einspruch eingelegt hatten, da man der Meinung war, E. Hecht hätte kein Spielrecht für den TFV bekommen dürfen. Ein Schwanz von Sport- und Verbandsgerichtsverhandlungen kam hinterher und im April 2009 stand fest, dass der Mannschaft am Ende der Serie 15! Punkte abgezogen werden. Mit einem enormen Kraftaufwand haben sich Trainer und Mannschaft gegen den drohenden Abstieg gestemmt und als feststand, dass der Abstieg verhindert wurde, gab es eine große Feier!
Die Planungen für die Serie 2009/10 enthielten wieder einmal einen Wermutstropfen, Thomas Giese trat von seinem Traineramt zurück! Mit ihm gingen 4 der jungen Spieler, die aus Seddin gekommen waren.
Mit Ingo Hecht und Holger Wünsche wurden zwei junge Trainer gefunden, die bereit waren, das Konzept des Vorstandes, Spieler aus den eigenen Reihen zu rekrutieren, mit zu tragen.
Es wurden nach langer Zeit endlich einmal Spieler (6!) aus dem eigenen Jugendbereich in den Kader der 1. Herren berufen. Hatte es zu Beginn der Serie doch viele Skeptiker gegeben, die schon unkten, dass der TFV 1913 mit dieser Mannschaft ohne namhafte Verstärkung zu den Absteigern gehören würde, so wurden sie doch eines Besseren belehrt; die Mannschaft hat sehr gut mitgespielt in der Staffel. Zur Halbserie stand sie auf dem 3. Tabellenplatz. Nach der Winterpause lief es nicht mehr ganz so rund, hat doch die Mannschaft, wie man so schön sagt, viele Punkte liegengelassen. Insgesamt aber ist der Vorstand mit der gezeigten Leistung der Mannschaft sehr zufrieden! Es ist eine sehr junge Mannschaft und der Vorstand freute sich, dass die beiden Trainer ihre Zusage auch für die Serie 10/11 gaben.

Auf ein Neues, der Ball ist rund.

Günther Wünsche
01.04.2012